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Der "BÄRENWALD - Müritz" -
man muss ja nicht alles gut finden!
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Als Touristenattraktion ist der "Bärenwald-Müritz", dieses grosse Freigehege für eine einigermassen artgerechte Haltung von Braunbären, eine in die Urlaubsregion Müritz-Plauer See passende Anlage.

Aus der Sicht eines zukunftsgerichteten Naturschutzes ist die Sache nur eingeschränkt zu unterstützen - so einleuchtend der Gedanke, Bären eine neue Heimat zu geben, auch zunächst erscheint.

Braunbär, das Bild wurde aus der freien  Enzyklopädie Wikipedia übernommen.
Dieses Bild stammt leider nicht aus dem Bärenwald

Es handelt sich bei dem Projekt um eine Art "Gnadenhof" für Bären, die nicht artgerecht gehalten worden sind. Hier im "Bärenwald-Müritz" bekommen sie einen "Altersruhesitz" in schöner Umgebung. Es ist also ein Tierschutz-Projekt; mit Natur- und Artenschutz hat das natürlich leider herzlich wenig zu tun! Naturschutz aber ist eigentlich das Gebot der Stunde! Und für wie aktuell speziell der Bärenschutz von den Naturschützern gehalten wird, zeigt sich ein wenig daran, dass der Braunbär vom NABU (Naturschutzbund Deutschland) im Jahre 2005 zum "Wildtier des Jahres" erklärt worden war.

Leider ist es um den Bärenschutz in Deutschland mehr als schlecht bestellt: Kein vom Ausland eingewechselter und in Deutschland wirklich frei-lebender Bär hat die geringste Chance, hier längere Zeit leben zu dürfen. Dabei gehörte der Braunbär noch vor weniger als 200 Jahren zum Wildtierbestand unseres Landes - genauso wie Wolf und Wisent, Bartgeier und Luchs. Natürlich ist dem Autor bewusst, dass das Zusammenleben von zwei so grossen "Raubtieren" - Mensch und Bär - in unserem dichtbesiedelten Land nicht einfach und wahrscheinlich auch überhaupt nicht machbar - vielleicht nicht 'mal erstrebenswert - ist. Es geht hier nur darum, festzustellen, dass das Projekt "Bärenwald-Müritz" nichts, aber auch gar nichts mit Bären-, Wildtier- oder Artenschutz zu tun hat. Schade eigentlich!

Denn es gäbe doch so viel zu tun: Nach den US-Amerikanern gelten die Deutschen international als die eifrigsten Bärentöter. In deutschen Jagdzimmern enden mehr kanadische Grizzlys als Wanddekoration als in jedem anderen EU-Land! Das wird sich durch den Bärenwald-Müritz leider nicht ändern - und wir konnten im "Bärenwald" auch keinerlei Hinweise auf dieses Problem finden. Sollte es daran liegen, dass die Lobby der Jäger zwar riesengross, die der Bärenschützer aber verschwindend klein ist?

In Rumänien - nach Russland das Land Europas mit dem grössten Bestand an freilebenden Bären (wahrsl. ca. 5000 Stück) - ist man zwar dabei, die "Tanzbären" abzuschaffen, will aber angeblich gleichzeitig hundert Bären zum Abschuss für Trophäenjäger freigeben! Auch daran ändern die Bärenwald-Projekte von "Vier-Pfoten" (die Organisation betreibt auch Bärenschutzstationen in Südost-Europa) wohl nichts.

Ein wirklich positiver Aspekt der Anlage wird auf der WebSite von Baerenwald-Mueritz.de leider nicht genannt - er würde der Tierbeschaffung schaden, denn er weist hin auf skandalöses Verhalten der Verwaltung:

  • Entsprechend der neueren deutschen Artenschutz-Gesetzgebung müssen einheimische Wildtiere (und auch viele andere, aber keineswegs alle....) "artgerecht" gehalten werden. Das ist eine gute Bestimmung!
  • Wo das nicht der Fall ist, dürfen sie von der Behörde beschlagnahmt werden (das mag auch noch angehen; nur: Was macht so'n Braunbär in der Kreisverwaltung??)
  • Wenn die Behörde keine Einstell-Möglichkeit für das beschlagnahmte Tier findet, dann wird das Tier eingeschläfert. Artenschutz in Reinkultur. ??? ...!!! Das kann doch nicht wahr sein!!
 

Der "Anholter Bärenwald" - ein gemeinsames Projekt der International Bear Federation (IBF) und des Deutschen Tierschutzbundes e.V. konnte z.B. 1999 drei Braunbären und sechs Kragenbären, darunter zwei Jungtiere (!!!), vor der Einschläferung bewahren, die dann im Anholter Bärenwald ein neues Zuhause fanden.

Der Bärenwald-Müritz u.ä. Einrichtungen retten die Tiere also unter Umständen vor der behördlichen Todesspritze - schlimm, dass das nötig ist, aber gut, dass es getan wird.

Auf Verlangen der zuständigen Behörden dürfen sich die Bären in Bad Stuer nicht vermehren.

 

Man kann über Auswilderungsprojekte denken, wie man will: Nicht wenige waren erfolgreich und die missglückten scheiterten in der Regel an mangelnder Erfahrung der Projektleiter (und am Geld...). Zumindest aber unter dem Aspekt von Wissenschaft und Forschung ist die Vermehrung von Wildtieren in Menschenobhut von Bedeutung: Auch wenn man für Deutschland an eine Auswilderung von Braunbären nicht zu denken braucht: Es wäre gut, wenn man Beobachtungen über das (Fortpflanzungs-)Verhalten von Braunbären international zur Verfügung stellen könnte.

Im übrigen ist die Fortpflanzung und die Möglichkeit dazu aus der Sicht des Autors ein unverzichtbarer Bestandteil artgerechter Haltung. Allerdings wünschen die Behörden (aus administrativen Gründen) keine Vermehrung von einheimischen Wildtierarten in Menschenobhut - und die Behörden sind nun 'mal eine wichtige Quelle für die Tierbeschaffung von Gehegen wie dem "Bärenwald-Müritz": Die Tiere stammen häufig aus behördlicher Beschlagnahme; nicht selten können die Vorbesitzer dieser Beschlagnahme entgehen, indem sie "freiwillig" der Abgabe der Tiere in ein artgerechtes Gehege (wie dem "Bärenwald-Müritz") zustimmen.

Damit kein falscher Eindruck aufkommt: Der Autor ist dagegen, dass Tiere nicht artgerecht gehalten werden. Der Autor anerkennt aber auch die wichtige Rolle, die die artgerechte Haltung und Vermehrung von Wildtieren in Menschenobhut spielen kann.

Und wenn es denn ein reines Tierschutzprojekt ist und man sich nur um das Schicksal gequälter Einzeltiere kümmern will: Wären nicht wenigstens einige Hinweise auf Zehntausende von Ketten- und Zwingerhunden sinnvoll, die in Deutschland unter manchmal miesesten Bedingungen gehalten werden? Oder zu Tierversuchen? Oder zur Geflügelhaltung? Oder .... - die Liste ist leider lang! Aber auch dort stösst man schnell auf erheblichen Widerstand auch einflussreicher Leute.

Letztlich (?) ist natürlich das Finanzkonzept ein Problem: Die Fütterung eines Bären kostet (nach ungeprüfter Aussage auf der WebSite baerenwald-mueritz.de) pro Tag 7,- Euro - alle 10 Tiere verbrauchen also pro Tag ca. 70,- Euro. Nicht wenig - Bären werden von den Zoos wegen der hohen Futterkosten nicht mehr gerne gehalten - aber doch wenig im Verhältnis zu den Personalkosten: Offenbar mindestens 3 leitende Mitarbeiter, die wohl eher Verwaltungsaufgaben wahrnehmen, verbrauchen sicherlich das Mehrfache, wie ihre Schützlinge. Insgesamt beschäftigt der Bärenwald-Müritz immerhin 10 Mitarbeiter.

 

 

Bei der Finanzierungsfrage gibt es noch ein weiteres - recht delikates - Detail: Es wird von den Mitarbeitern vom "Bärenwald-Müritz" zwar bestritten (und vielleicht wissen sie auch tatsächlich nichts davon, Träger der Massnahme ist ja nicht der Bärenwald, sondern der Verein "Vier-Pfoten" mit Sitz in Hamburg), aber dem Autor ist aus anderen Zusammenhängen bekannt, dass für Tiere, die aufgrund behördlicher Anordnung beschlagnahmt wurden und in entsprechenden Einrichtungen "eingestellt" wurden, von der Behörde ein tägliches Futter- und Pflegegeld bezahlt wird. Die Einrichtung von Auffangstationen gilt "in der Branche" als lukratives Geschäft . . .

So bleibt alles in allem der schale Gedanke, dass hier - ausgestattet mit Steuergeldern und der Unterstützung der gutgläubigen Öffentlichkeit - sehr private Interessen vertreten werden - auch der Bärenwald-Müritz ist nur eine Form der Bärenhaltung, nur etwas freundlicher und akzeptiert von der Öffentlichkeit.
Mit entsprechend viel Geld wären auch die früheren Besitzer der eingestellten Bären sicherlich bereit und in der Lage gewesen, eine artgerechtere Haltung ihrer Tiere zu praktizieren. Aber welche Stadtverwaltung (Zoos sind meist in Trägerschaft der Städte) stattet ihren Zoo mit einer mindestens hoch 6-stelligen Summe aus, um ein "gutes" Bärengehege zu bauen?!

Wäre es nicht besser (gewesen), das Geld - auch wenn vielleicht "nur" Fördermittel geflossen sind und "nur" Steuergelder verwendet werden - für echte Belange des Natur- und Artenschutzes einzusetzen? Keine zwei Kilometer vom "Bärenwald-Müritz" entfernt wurde z.B. durch Wieder-Vernässung eines tiefliegenden Geländes ein Vogelparadies geschaffen, dass in der Region seinesgleichen sucht. Mit wenig Geld, aber mindestens so beachtenswert, wie das Bärengehege.
Aber vielleicht ist der "Schauwert" von Bären doch grösser, als der von freilebenden Eisvögeln, Fischottern und Rohrdommeln, die so heimlich leben, dass sie sowieso niemand zu sehen kriegt.....

Wieder-vernässter Vogelsee in Stuer (Müritz)

Eine Anmerkung zum Schluss:

Vielleicht finden Sie als Leser(-in) diesen Beitrag "miesmacherisch". Journalisten und Publizisten dürfen aber nicht immer alles nur "schönreden". Schreiben Sie uns gerne eine Email an gerlich@netrex.de - eine lebendige Diskussion über zukunftsgerichteten Naturschutz wäre so ziemlich das Beste, was daraus werden könnte.

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